Aufbau
Wie es funktioniert
Drei Dinge genügen, um mailv2 zu verstehen: wie eine Adresse aufgebaut ist, welchen Weg eine Nachricht nimmt, und wer sie unterwegs lesen kann.
Die Adresse
ralf@@mailv2.com
│ └── Domain — der Server, der dieses Postfach führt
└───────── Name im Postfach
Zwei @ statt einem. Das ist kein Schmuck, sondern eine
Unterscheidbarkeitsentscheidung: @@ kommt in keiner gültigen
E-Mail-Adresse vor. Eine mailv2-Adresse ist damit auf den ersten Blick als solche
erkennbar, kann nicht versehentlich in ein E-Mail-Feld geraten und ist als Absicht
lesbar statt als Tippfehler.
Wer eine eigene Domain hat, kann sie benutzen — kontakt@@meine-firma.de.
Wer keine hat, bekommt ein Postfach auf einer Domain, die jemand anderes betreibt. In
beiden Fällen gehört die Adresse der Domain, und die Domain gehört ihrem Inhaber.
Der Weg einer Nachricht
Das Netz ist ein Baum. Eine Nachricht geht nach oben, bis sie einen gemeinsamen Knotenpunkt mit dem Empfänger erreicht, und von dort wieder nach unten:
Client → Postfach → Domain-Server → Regional-Server → Global-Server
↓
Domain-Server → Postfach → Client
Höchstens neun Stationen, mindestens fünf. Liegen Absender und Empfänger unter demselben Knoten, wird der Rest des Baums nicht durchlaufen: Zwei Postfächer auf derselben Domain brauchen keinen Regional-Server, zwei Domains derselben Region keinen Global-Server.
Jeder Knoten spricht nur mit seinen Nachbarn — mit dem Knoten über ihm und den Knoten unter ihm. Zwei Domain-Server reden nie direkt miteinander. Das ist keine Bequemlichkeit, sondern die Eigenschaft, aus der alles Weitere folgt: Zuständigkeit ist eindeutig, jeder Weg ist nachvollziehbar, und niemand kann sich an der Mitte vorbeischleichen.
Wer mitlesen kann
Der Inhalt wird beim Absender versiegelt und erst beim Empfänger geöffnet. Die Server dazwischen transportieren ein verschlossenes Paket: Sie sehen, von wem es kommt und wohin es geht — sonst könnten sie es nicht zustellen —, aber nicht, was darin steht.
Das ist der Unterschied zur Transportverschlüsselung bei E-Mail. Dort ist die Strecke zwischen zwei Servern geschützt, die Nachricht liegt auf jeder Zwischenstation offen. Hier ist die Nachricht geschützt, unabhängig von der Strecke.
Was die Transferknoten festhalten, ist bewusst flüchtig: Ein Eintrag in der Weiterleitungswarteschlange wird mit der bestätigten Zustellung gelöscht, Unzustellbares nach 24 Stunden. Zustelldaten sind bei uns kein Datenbestand, sondern ein Durchgangszustand.
Wer schreiben darf
Eine Adresse nimmt nicht von jedem Post an. Die Erlaubnis entsteht auf zwei Wegen:
- Du schreibst zuerst. Wem du schreibst, darf antworten. Der häufigste Fall, und er braucht keine Erklärung.
- Du gibst einen Token weiter. Eine Zeichenfolge, die einmalig einen Kontakt herstellt — auf einer Visitenkarte, in einem Formular, per QR-Code. Wer ihn einlöst, ist danach ein bekannter Absender. Wird er missbraucht, ziehst du ihn zurück, ohne deine Adresse zu wechseln.
Der Unterschied zu einem Filter ist grundsätzlich: Ein Filter muss raten und irrt in beide Richtungen. Eine Erlaubnisliste weiß.
Wer das Netz betreibt
Nicht wir allein — das ist der Punkt. Wer eine Domain hat, kann einen eigenen Knoten betreiben und ist dann gleichberechtigter Teilnehmer. Wer das nicht will, bekommt ein Postfach bei jemandem, der einen betreibt.
Föderiert heißt: Das Netz funktioniert weiter, wenn ein Betreiber aufhört — auch wenn dieser Betreiber wir sind. Ein System, das nur so lange lebt wie seine Firma, wäre kein Nachfolger für E-Mail, sondern ein Produkt.